Bürgerdialog der SPD zu Flüchtlingen und Integration mit Dr. Christos Pantazis und Ekke Seifert

P112015935 Gäste konnte der Helmstedter SPD-Vorsitzende Andreas Fox zum Bürgerdialog “Flüchtlinge bei uns” begrüßen. Uwe Strümpel hatte Dr. Christos Pantazis eingeladen, den Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für Migration und Teilhabe. Dr. Pantazis machte gleich deutlich, wie wichtig das Thema im Land genommen wird: “Wo 2014 noch 117 Millionen Euro reichen mussten, stehen jetzt 1,3 Milliarden zur Verfügung, 350 Millionen davon aus Bundesmitteln.” Ekke Seifert von der Diakonie Helmstedt bekräftigte: “Für die dringend notwendige Betreuung von Flüchtlingen können wir jetzt vier Stellen einrichten. Die Zusammenarbeit mit dem Landkreis klappt jetzt ausgesprochen gut.”

Auch drei Flüchtlinge meldeten sich zu Wort. “Wir wollen schnell und intensiv Deutsch lernen”, unterstrich Omar Elfarouk, “ein bisschen Deutsch nützt gar nichts!” Susanne Heine, ehrenamtliche Helferin und Deutschlehrerin, verwies auf die unterschiedliche Behandlung der Flüchtlinge nach Herkunftsländern. “Immerhin werden schon 72 Sprachkure im Landkreis angeboten.” Diakonie und Kreisvolkshochschule bilden auch Migrationslotsen und Asylbegleiter aus, die das Zurechtfinden in Deutschland unterstützen.

Achim Klaffehn von der Kreisverkehrswacht sprach unzureichende Kenntnisse der Verkehrsregeln an. “Auch daran müssen wir arbeiten, mit Männern und Frauen!” Mehr Begegnungen zwischen Einheimischen und Migranten könnten auch hier weiterhelfen, so Jürgen Oppermann. Ecke Seifert nannte die Einrichtung von Begegnungscafés als eine gute Möglichkeit für Austausch und Lernen. “Auch in Helmstedt soll das kommen.” Ob Straßenverkehr oder Grüner Punkt, ob Schulbesuch oder medizinische Behandlung, am meisten erfährt man im Kontakt mit Einheimischen. “Ich wünsche mir unabhängige Kulturzentren”, so auch einer der Flüchtlinge. Andreas Fox unterstützte den Vorschlag, in den nächsten Wochen neue Begegnungsräume zu organisieren. “Sie werden schnell von uns hören!” Fragen der Besucher drehten sich auch immer wieder um gesellschaftlich-kulturelle Einstellungen. “Willkommenskultur und die Grundrechte unserer Verfassung sind zwei Seiten derselben Medaille”, betonte Dr. Pantazis. “Schon in den Aufnahmeeinrichtungen gibt es Wegweiserkurse mit ersten Deutschstunden.  Da wird auch unser Grundgesetz in arabischer Übersetzung verteilt”.

“Die Migrationspolitik ist bisher auf Restriktion ausgerichtet und nicht auf Teilhalbe”, so Dr. Christos Pantazis. Immerhin gebe es jetzt mehr Projekte zur Integration in den Arbeitsmarkt.“ Die Handwerker rufen nach neuen Kräften”, berichtete Susanne Heine. Dabei dürfe man nicht aus den Augen verlieren, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik für alle Bevölkerungsteile zu machen. Das gelte auch für den Wohnungsbau, so Dr. Pantazis dazu. “Der soziale Wohnungsbau muss schnell wieder in Gang kommen.” Dazu gehört auch die elektronische Gesundheitskarte, mit der eine Grundversorgung ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand gesichert werden soll. “Wirkliche Integration wird noch viele Anstrengungen kosten.” Ekke Seifert zeigte sich am Ende zuversichtlich: “Wir haben eine starke Volkswirtschaft, wir brauchen Sicherheit, wir brauchen den Blick nach vorn und den Mut, Veränderungen als Chance zu begreifen!”

Mehr Gespräche, mehr Kontakt, mehr gemeinsames Handeln
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