„Es war höchste Zeit für ein solches Gespräch.“ Das war die übereinstimmende Meinung der geballten Kompetenz von Vertreterinnen der Helmstedter Kindergärten und Krippeneinrichtungen, von Tagesmüttern und auch eines Tagesvaters, die auf Einladung der SPD-Ratsfraktion zu einem Fachgespräch über die Situation in den Kindertagesstätten zusammengekommen waren.

Beklagt wurde von nahezu allen Teilnehmerinnen der Mangel an Kommunikation zwischen der Stadtverwaltung und den Kitas. Das so notwendige Gespräch zum Abgleich der Anmeldelisten sei erst auf Initiative der Kindergärten zustande gekommen. Trotz neuer Anmeldesoftware seien Abstimmungsgespräche zwischen Verwaltung und Kitas mindestens ein- bis zweimal im Jahr dringend erforderlich. Aber auch die Kooperation von Tagesmüttern und Kitas könne noch verbessert werden, so der Wunsch der Tagesmütter.

Absolut vordringlich sei es, die erschreckend lange Warteliste abzuarbeiten. „Insgesamt fehlen Plätze für zwei Gruppen im Kindergartenbereich und ein bis zwei Gruppen im Krippenbereich“ fasste Margrit Niemann, Vorsitzende des zuständigen Fachausschusses, die Ausführungen der Kindergartenleiterinnen zusammen. Doch diese Probleme würden sich noch vergrößern, wenn die jetzt Zweijährigen nachrücken werden. „Die Hütte brennt!“, warnte eindringlich Mirjam Heldsdörfer, Abteilungsleiterin im Bereich Kindertagesstätten des DRK Kreisverbandes Helmstedt.

Der Trend zu mehr Kindern sei absolut erfreulich und werde wohl anhalten, so die Auffassung der Kita-Leiterinnen. Allerdings würde diese Entwicklung auch besondere Herausforderungen mit sich bringen. So sei es immer schwieriger, das notwendige Fachpersonal für die Betreuung der Kinder zu finden und mit den vorhandenen räumlichen Kapazitäten auszukommen. Die meisten Kindergärten seien noch von den Räumlichkeiten her für Halbtagsgruppen ausgelegt. Aus diesem Grunde wären Anbauten erforderlich, um mehr Platz für die Kinder, aber auch zumutbare Arbeitsbedingungen für die Betreuerinnen zu schaffen.

Angesichts dieser schwierigen Ausgangslage betonte Margrit Niemann, wie wichtig es sei, dass auf Antrag der SPD der zuständige Fachausschuss am 31. Mai einberufen wurde, um eine Lösung für die anstehenden Probleme zu finden. „Da für den Interimsrat ab 1. Juli bedauerlicherweise keine Fachausschüsse vorgesehen sind, hätten wir ohne die jetzige Initiative der SPD-Ratsfraktion die ganze Problematik im Ausschuss frühestens erst im November / Dezember beraten können.

SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Strümpel bedankte sich bei den Kita-Leiterinnen für die rege und engagierte Teilnahme an dem Gespräch. „Wir stehen vor großen Herausforderungen im Kita-Bereich. Aber ich verspreche, dass meine Fraktion alles unternehmen wird, um zu einer nachhaltigen und befriedigenden Lösung zu kommen.“

Gespräch der SPD-Ratsfraktion mit den Leiterinnen der Helmstedt Kita-Einrichtungen