Die Entwicklung von Wirtschaft und Tourismus ist eine Schicksalsfrage für die Zukunft unserer Stadt.

So wichtig dieser Bereich ist, so ist der Einfluss doch begrenzt, den Rat und Verwaltung bei der Ansiedlung neuer Unternehmen und Betriebe haben. Doch diesen – wenn auch geringen – Einfluss gilt es, intelligent und kreativ zu nutzen.

1. Wirtschaftsförderung durch die Stadt

  • Wir werden die Möglichkeiten der direkten Wirtschaftsförderung mit städtischen Mitteln weiterhin erhalten; dies ist um so dringlicher, weil sich durch die von der CDU/FDP-Regierung in Niedersachsen veränderten Bedingungen für die einzelbetriebliche Unternehmensförderung (GRW-Förderung) die Standortnachteile von Helmstedt noch weiter verschlechtert haben.
  • Es muss gewährleistet sein, dass die Fördermittel des Landkreises aus dem Regionalisierten Teilbudget („RTB-Mittel“) sinnvoll genutzt werden. Insbesondere die Möglichkeit der Förderung von Großinvestoren ohne Belastung des städtischen Budgets soll durch intensive Bewerbung und aktive Darstellung des Standortes Stadt Helmstedt unterstützt werden. Dazu gehört auch das Aufstellen von Werbetafeln für unsere Gewerbegebiete entlang der Autobahn. Ebenso müssen Fördergelder aus dem Topf für die Förderung der touristischen Infrastruktur für Helmstedt eingeworben werden.
  • Die städtische Wirtschaftsförderung versucht trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen, die ansässigen und ansiedlungswilligen Betriebe so kompetent wie möglich zu beraten und ihnen so individuell wie möglich zu helfen. Damit diese Beratung und Hilfe auch weiterhin gewährleistet bleibt, darf es hier keine weiteren Personaleinsparungen geben. Qualifiziertes und motiviertes Personal in diesem Bereich ist eine Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Der zukünftige Bürgermeister muss Wirtschaftsförderung engagiert und mit ganzer Autorität zur Chefsache machen.
  • Zu diesem Engagement des Bürgermeisters muss es gehören, bei den wichtigen Unternehmen und Hochschulen der Region mit ganzem persönlichen Einsatz für die Neuansiedlung von Arbeitsplätzen zu werben, und zwar im Bereich von Industrie und Gewerbe (VW, EON) und im Dienstleistungs- und Forschungsbereich (TU Braunschweig / Niedersächsische Technische Hochschule, Hochschule für Bildende Künste, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg). Insbesondere die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit VW müssen durch den neuen Bürgermeister intensiviert werden.

2. Koordination der Bemühungen in Wirtschaft und Tourismus kreisweit und länderübergreifend

  • Diese Koordination muss von allen Seiten politisch gewollt und – auf Kreisebene – vertrauensvoll und effizient moderiert werden. Als Kreisstadt muss Helmstedt diesen Prozess durch persönlichen Einsatz des Bürgermeisters aktiv und zielorientiert vorantreiben.
  • Die Projekte „Geopark“ und „ZeitOrte“ der Braunschweiger Landschaft sind zu unterstützen und durch unser Konzept der „Stadt der Begegnung“ weiter auszubauen.
  • Länderübergreifende Projekte (z.B. im Tourismus) müssen von den Vertretern der betroffenen Kommunen und Gebietskörperschaften gemeinsam erarbeitet und umgesetzt werden. Die dafür notwendigen Strukturen gilt es zu pflegen und weiterzuentwickeln. In der Region Braunschweig ist Helmstedt nur Randgebiet; in einer Zusammenarbeit mit dem benachbarten Bördekreis in Sachsen-Anhalt rückt Helmstedt ins Zentrum und könnte die Randlage überwinden.
  • Insbesondere für die Realisierung unseres Projektes Helmstedt als „Stadt der Einheit“ ist die partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den benachbarten kommunalen Körperschaften in Sachsen-Anhalt eine absolut notwendige Grundvoraussetzung.
  • Eine „kampflose“ Aufgabe des Landkreises Helmstedt wird es mit der SPD-Helmstedt nicht geben. Der damit verbundene Verlust der Funktion als Kreisstadt hätte einen Aderlass an Arbeitsplätzen in der Verwaltung und damit auch in Handel, Handwerk und Dienstleistungen zur Folge, der nicht wieder zu kompensieren wäre.
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Barockkloster St. Ludgeri

3. Weiterentwicklung bzw. Neuausrichtung des Tourismus

Helmstedt-See
Helmstedt-See
(Photo: Rohm)

a) Helmstedter Seenlandschaft

Die Entwicklung des Sees zwischen Helmstedt und Harbke bietet große Chancen für die Zukunft unserer Region. Der See wird natürlich für die Bewohner von Stadt und der beiden Landkreise einen hohen Freizeitwert haben; er wird zur Attraktivität der Stadt beitragen, so dass für Familien ein Anreiz besteht, in Helmstedt zu bleiben bzw. nach Helmstedt zu ziehen. Darüber hinaus wird auch die überregionale touristische Nutzung einen ganz wichtigen Baustein für die erfolgreiche Zukunft unserer Stadt bilden.

Diese Entwicklung darf jedoch nicht isoliert gesehen werden, sie muss eingebettet werden in die Entwicklung der weiteren Seen bei Buschhaus und Schöningen.

Um das Werbepotential dieser Seen zu bündeln, sollte von einer „Helmstedter Seenlandschaft“ gesprochen werden. Die einzelnen Seen können z.B. nach den jeweiligen Waldgebieten „Lappwaldsee“, „Elzsee“ und „Elmsee“ genannt werden. Diese Bezeichnungen können das Bemühen um eine Attraktivitätssteigerung unserer Wälder sinnvoll ergänzen.

Es ist davon auszugehen, dass im Laufe der kommenden Ratsperiode der See aus der Bergaufsicht entlassen werden wird, so dass dann mit der Realisierung der Planung begonnen werden kann.

Die notwendige Koordination der Entwicklung der drei Tagebauseen (sowie „Anna-Süd“ und „Anna-Nord“) ermöglicht auch unterschiedliche Schwerpunkte der Nutzung. (Nicht auf jedem See muss alles möglich sein.) Zentrale Forderungen für den Lappwaldsee sind:

  • Vordringlich ist jetzt eine Bündelung auf Seiten der Planungsbeteiligten. Das langjährige Nebeneinander der Kommunen, Landkreise und Behörden muss endlich ein Ende haben. Was wir brauchen, ist eine Gesellschaft oder ein Verband, der als Ansprechpartner für die Unternehmen die Planung und Entwicklung vorantreibt, sich um Investoren kümmert und ein einheitliches Marketing entwickelt. Sonst ist das See vollgelaufen und es wird immer noch diskutiert.
  • Entwicklung eines wirtschaftlich verantwortbaren und gleichzeitig doch attraktiven Konzepts, auch unter Einbeziehung privater Investoren. Die Verantwortung für die Gesamtkonzeption darf jedoch nicht aus der Hand gegeben werden.
  • Bei der Entwicklung des Nutzungskonzeptes ist der Vorrang auf Ruhe und Erholung zu legen; Elemente, die eine mit großem Lärm verbundene hektische Betriebsamkeit zur Folge haben, sollten nur im Ausnahmefall berücksichtigt werden.
  • Priorität haben die Erschließung und der Ausbau eines Panorama-Rundweges um den gesamten See.
  • Wünschenswert noch in diesem Jahr ist ein kleiner Imbiss am Info-Punkt. Es müsste sich jemand finden, der die Bereitschaft für eine solche Initiative mitbringt. Die mögliche Unterstützung von E.ON und der Stadt ist zugesagt.
  • Zugangsmöglichkeiten zum See dürfen nicht durch Private behindert werden; d.h. weite Uferbereiche müssen frei zugänglich für alle bleiben.
  • Die Attraktivität des Sees muss verstärkt werden durch die Einbettung in die umgebenden touristischen Ziele in Schöningen und Königslutter und die längst überfällige Erschließung des Lappwaldes und der „Schätze“ seiner Anliegergemeinden beiderseits der Landesgrenze.

Eine Landesgartenschau nach Helmstedt zu holen, ist eine reizvolle Idee. Um ein finanzielles Risiko für die Stadt zu vermeiden, kann sie jedoch nur realisiert werden, wenn die nachfolgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Es sollte weiterhin angestrebt werden, sie unter finanzieller Beteiligung der Gremien in Sachsen-Anhalt als eine grenzüberschreitende Landesgartenschau zu planen und durchzuführen;
  • Das Land Niedersachsen beteiligt sich finanziell und ideell an den Investitionen und der Durchführung der Landesgartenschau;
  • Es erfolgt eine Überplanung der Vorschläge des Gutachters. Diese Überplanung muss sich an den finanziellen Möglichkeiten der Stadt Helmstedt orientieren.
  • Die Folgekosten sind realistisch zu bestimmen. Sie müssen sich mit den finanziellen Möglichkeiten der Stadt vereinbaren lassen.

b) Die Schönheiten des Lappwaldes für uns Helmstedter und unsere Gäste erschließen

  • Die Werbung für den Lappwaldsee muss ergänzt werden durch wirksame Bemühungen um ein attraktives Wegenetz von Wander- und Spazierwegen im gesamten Lappwald. Dieses Netz muss wesentlich ansprechender als zur Zeit beschildert werden (mit Angabe der Ziele und der Dauer der Wege) und soll die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten der Lappwaldgemeinden und die Schönheit des Waldes gemeinde- und länderübergreifend erschließen.
  • Ausgewählte themenorientierte Wegstrecken (z.B. ein „Warten-Weg“ oder ein „Weg der deutschen Teilung“) sollten besonders attraktiv beschildert und mit ergänzenden historischen Hinweisen versehen werden, z.B. aus dem Erfahrungsschatz des BGS auf westdeutscher und der Grenztruppen auf ostdeutscher Seite. Die vorbildliche Arbeit der Gruppe Agenda 21 im Brunnental hat beispielhaft gezeigt, welche Möglichkeiten es gibt, Vergangenes aufzuarbeiten und für die Gegenwart zum Sprechen zu bringen.
  • Ausweisung eines Radwanderweges „Grenzenlos“ von Helmstedt über das Brunnental nach Marienborn und Hötensleben und zurück über die Tagebaue. Dieser Radwanderweg entlang der ehemaligen Grenze muss informativ ausgeschildert werden.
  • Die Anlage der Wanderwege ist rechtlich abzusichern durch die Aufstellung eines Landschaftsplanes.
  • Eine besondere Bedeutung kommt der Perle des Lappwalds, dem Brunnental in Bad Helmstedt zu. Hier muss alles unternommen werden, eine qualitative gastronomische Vielfalt zu sichern; denn eine attraktive Naherholung setzt auch attraktive Einkehrmöglichkeiten voraus.
  • Der Doppelcharakter des Brunnentals (sowohl Park- und Kulturlandschaft als auch urwüchsige Natur) muss erhalten und entwickelt werden.
  • Die Funktionsfähigkeit des Tretbeckens muss gewahrt bleiben. Falls sich niemand für die Betreuung findet, ist die SPD-Helmstedt bereit, diese durch ihre Mitglieder zu organisieren.
  • Der Anschluss des Brunnentales an das Wanderwegenetz des Lappwaldes muss verbessert werden, das gilt insbesondere für die Hauptparkmöglichkeiten gegenüber dem Quellenhof, am Brunnentheater und am Clarabad (An diesem beliebten Parkplatz fehlt eine Info-Tafel).
  • Vordringlich und längst überfällig ist auch der Bau eines Fußweges nach Beendorf. Dieser Weg könnte parallel zur Straße auf einem ehemaligen Forstweg durch den Wald über die neu zu erstellende Brücke in der Nähe der alten Grenze wieder auf die Straße nach Beendorf führen.
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Dr. Friehdelm Possemeyer und Sohn Morten bei der Säuberung der Glasabdeckung der Carslquelle
(Photo: Gehrke)

c) Gemeinsame Wege gehen

  • Die zunehmende Bedeutung, die der Tourismus in unserer Region einnimmt, muss durch eine gemeinsame Marketing-Konzeption insbesondere der drei Städte im Landkreis unterstützt werden.
  • Deren Hauptattraktionen (Juleum, Dom, Speere/Schloss) ergänzen sich gegenseitig und müssen durch die Vielzahl der vorhandenen zeitgeschichtlichen Hinweise auf die deutsche Teilung und deren Überwindung erweitert werden. Auch hier gilt: Kommt der Landkreis seiner Pflicht zur Moderation und Koordination nicht nach, müssen die beteiligten Städte – auch in Zusammenarbeit mit dem Bördekreis –diese Aufgabe selbst übernehmen.
  • Eine Möglichkeit eines gemeinsamen Angebotes der drei Städte wäre eine Rundfahrt mit Führungen in historischen Kostümen kombiniert mit szenischen Darstellungen und einem abschließenden historischen Essen in entsprechendem Ambiente. Eine solche Rundfahrt kann auch in das Angebot der Hotels übernommen werden.
  • Die Tourismusgemeinschaft Elm-Lappwald muss ihrem grenzüberschreitenden Anspruch und der Bedeutung des Lappwalds deutlich mehr Rechnung tragen. (Die Übersichtskarte im Internet folgt z. B. noch dem alten Grenzverlauf, so dass einige Mitgliedsgemeinden in Sachsen-Anhalt auf der Karte gar nicht verzeichnet sind.)
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Die Lübbensteine, älteste touristische Attraktion Helmstedts
(Photo: Rohm)

4. Unsere Innenstadt erhalten und mit Leben erfüllen

Entwurf

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Neumärker Straße

Eine Reihe von Geschäftsaufgaben ( so z. B. die Firma Gerlach) hat gezeigt, dass trotz großer Bemühungen von Rat, Verwaltung, Handel und der Werbegemeinschaft „Helmstedt aktuell“ eine Neubelebung der Innenstadt noch nicht wirksam stattgefunden hat. Wir glauben jedoch, dass durch koordinierte und konzentrierte Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen eine nachhaltige Neubelebung unserer Innenstadt erfolgen kann. Dazu gehört neben dem Projekt „Kaufhaus Innenstadt“ das Bemühen, das Wohnen in der Innenstadt neben Senioren auch attraktiv für junge Paare und Familien zu machen.

Absolut vordringlich ist, dass das isolierte Nebeneinander im Handel (und auch der Gastronomie) unbedingt durch ein gemeinsames Miteinander in Form von einem „Kaufhaus Innenstadt“ abgelöst werden muss. „Kaufhaus Innenstadt“ bedeutet, ein Marketingkonzept in die Tat umzusetzen, das dieses gemeinsame Miteinander von Handel und Gastronomie in der Innenstadt organisiert. Nur so wird der Handel in der Innenstadt eine Chance haben, sich gegen die „grüne Wiese“ und die Einkaufszentren in Braunschweig, Wolfsburg und Magdeburg durchzusetzen. Dieses Miteinander in einem „Kaufhaus Innenstadt“ kommt nicht von selbst, es muss gegen widerstrebende und nicht immer einsichtige Interessen durchgesetzt werden.

„Bausteine“ für unser „Kaufhaus Innenstadt“ sind:

  • Ein „Kaufhaus-Manager“ soll diesen Prozess des Miteinander durch persönliche Ansprache und „Fußarbeit“ organisieren und koordinieren; auf Honorarbasis in der Anlaufphase; danach selbsttragend durch Handel und Gastronomie
  • Der zukünftige Bürgermeister muss das Gespräch mit Vermietern der 1a und 1b-Lagen suchen. Ziel: Reduzierung der Mieten, um Neueröffnungen eine Chance zu geben (insbesondere bei Leerständen), dann kann die Miete wieder steigen
  • Einführung einer Park-Card (Mit dem Kauf einer solchen Park-Card erwirbt man sich das Recht, für einen bestimmten Zeitraum, z. B. von drei Monaten, auf gebührenpflichtigen Parkplätzen innerhalb der vorgegebenen Parkdauer zu parken.)
  • Weiterlaufen der erfolgreichen Aktionen von „Ab in die Mitte“ (z.B. gemeinsame Events, bei denen die Einzelhändler die Hauptrolle spielen / sich präsentieren: Kaffee und Kuchen in Geschäften mit Kaffeehausmusik; Bürgeressen unter Beteiligung des Rates)
  • Verlässliche, gemeinsame Öffnungszeiten
  • Thematisierung der Universitätsgeschichte, „inszenierte“ Stadtführungen
  • „Speaker’s Corner“ (und/oder auch poetry slam) in Neumärker oder auf dem Marktplatz
  • Angebot der Woche / Angebot des Monats
  • Verkehrsversuch einer Umkehrung der Magdeburger Straße, um den Verkehr aus Richtung Osten auf direktem Weg in die Innenstadt zu führen
  • Werbemöglichkeit in der Innenstadt (elektronische Litfasssäule)
  • Werberaum (in Leerstand) für Märkte und ebenso Werbemöglichkeit für „Kaufhaus Innenstadt“ in Märkten; Ausstellungsmöglichkeit für Helmstedter Künstler in Schaufenstern von Leerständen
  • Prospektbeilage in Zeitung in regelmäßigen Abständen mit Info über Angebote, Kultur und Gastronomie
  • Einbeziehung der Gastronomie in Konzept (verlangt Kooperation der Gastronomen)
  • Jedes Kaufhaus braucht Toiletten: Wenn die beiden öffentlichen Toiletten am Markt und auf dem Holzberg geschlossen sind, sollten die Kunden die Möglichkeit erhalten, Restaurants und Cafes zum Toilettenbesuch aufsuchen zu dürfen. Damit können die entsprechenden Betriebe auch offensiv werben (Kundenservice, kundenfreundlich). In diesem Zusammenhang muss ebenfalls daran gedacht werden, auch Behinderten einen Toilettenbesuch zu ermöglichen.
  • verstärkte Einbindung der Passage (darf kein isoliertes Eigenleben führen; schädlich für Passage und Innenstadt)
  • regelmäßige Themenwochen (Handel, Kultur, Gastronomie)
  • Intensivierung der regionalen Werbung
  • Einbindung in Konzept „Helmstedt – Stadt der deutschen Einheit“ mit entsprechenden Hinweisen (Fotos, Texte, Denkmal) auf markante Plätze und Ereignisse (Trabbi-Invasion; Käufer-Ansturm; Geldtransport in Plastiktüte; Verknüpfung mit Museen und Tourismus-Projekten; z.B. „Grenzgänge“ im Lappwald)
  • größtmögliche Angebotsfläche durch Edeka auf Braunschweiger Tor
  • Edelhöfe: Erlebnis-Gaststätte und Wohnen, falls keine überzeugende Handels-Investition möglich
  • Schließfächer; Regenschirmverleih
  • Jeweils am ersten Samstag im Monat regelmäßige Stadtrallyes für Familien / Kinder (Start mit dem „Abblasen der Woche“ durch den Hausmann am Hausmannsturm, Sa; 12.00 Uhr). Preise gestiftet von Geschäften der Innenstadt
  • Gemeinsamer Bringdienst der Geschäfte in der Innenstadt, z. B. für Senioren
  • Im Winter: Schneemannbau-Wettbewerb; oder: gemeinsam einen Riesen-Schneemann bauen
  • Verlegung des Wochenmarktes auf den Marktplatz (zunächst versuchsweise)
  • Einkaufsführer (durch „Helmstedt aktuell“)
  • Fortsetzung und Verstärkung der Sanierungsbemühungen, insbesondere in den Bereichen Papenberg und Schuhstraße/Kybitzstraße (für Wohnen, Handel und Dienstleistungen)
  • Unterstützung der ausgezeichneten Bemühungen des „Forum Kybitzstraße-Schuhstraße e.V. mit dem Ziel, durch Öffnung des gesamten Quartiers und der Erschließung der Innenhöfe als „Oasen der Ruhe“ das Wohnen in der Innenstadt nachhaltig attraktiver zu machen.
Verfügbare Downloads Format Größe
Park-Card DOC 466 KB

Der geplante Bau eines Fabrikverkaufszentrums an der Emmerstedter Straße hat den Druck auf alle Beteiligten erhöht, u. a. mit diesen „Bausteinen“ möglichst zügig und effektiv den „Bau“ eines „Kaufhauses Innenstadt“ zu realisieren. Nach dem Scheitern dieser Pläne wird es die SPD nicht zulassen, dass die Investoren an diesem Standort z. B. durch den Bau eines großen Einkaufszentrums zum Erfolg kommen werden. Eine „zweite Innenstadt“ darf es nicht geben.

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Marktplatz: Bald wieder Markt?

5. Ein neues Bild von Helmstedt

Dsc06718Alte Universität: Juleum und Collegenflügel

Das Bild, mit dem sich Helmstedt seinen Einwohnern und seinen auswärtigen Besuchern präsentiert, ist sehr diffus. Um in den Köpfen unserer Bürger und Gäste einsichtig und nachhaltig verankert zu sein, muss ein solches Image entwickelt und gefestigt werden, indem es aus der Geschichte und den Standortbedingungen der Stadt abgeleitet und für die Werbung nach Außen eingesetzt werden kann. Hier ergeben sich drei Möglichkeiten:
a. Helmstedt als ehemalige Universitätsstadt

b. Helmstedt als zukünftige „Stadt am See“ (vgl. den Abschnitt „Helmstedter Seenlandschaft“)

c. Helmstedt als „Stadt der Einheit“

Die große Bedeutung der historischen Reformuniversität für die Stadt muss weiter bewahrt und in vielfältiger und kreativer Form „vermarktet“ werden.

Diese Universitätsgeschichte ist vorwiegend von regionalem Interesse, ihre Bedeutung erschließt sich vor allem aus der Sicht der Stadt Helmstedt. Für die Sichtweise der großen Mehrheit der anzusprechenden Gäste von auswärts sind jedoch die Ereignisse in Zusammenhang mit der Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands von nationaler, ja weltpolitischer Bedeutung. Wie keine andere Stadt in Deutschland – mit Ausnahme Berlins – ist der Name der Stadt Helmstedt mit diesen Ereignissen verbunden.

Inzwischen ist die Region Helmstedt-Marienborn-Hötensleben das Mekka all derjenigen, die sich für die Geschichte der deutschen Teilung und die Perspektiven des vereinigten Deutschlands interessieren.“
(aus: „Wir machen Geschichte erlebbar“, Grenzenlos. Wege zum Nachbarn).

So kann Helmstedt zu Recht als „Stadt der deutschen Einheit“ bezeichnet werden.

Viele Bausteine dieses Projekts „Helmstedt – Stadt der deutschen Einheit“ sind bereits vorhanden; sie müssten noch koordiniert und um weitere Bausteine ergänzt werden, um das gewünschte Gesamtbild zu ergeben:

  • Rundfahrt Grenzenlos (lebendige Darstellung der Grenze am Objekt)
  • Helmstedter Universitätstage (wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Grenze“)
  • monumentale Skulptur „La Voute des Mains“ von Josep Castell (Autobahn A2)
  • die Skulptur „Mauerklammer“ von Achim Borsdorf in Marienborn (als Geschenk Helmstedter Bürger)
  • Zonengrenz-Museum in Helmstedt erweitern (in Absprache mit und Ergänzung zu der Gedenkstätte deutsche Teilung Marienborn): das Zonengrenz-Museum könnte die „Gebrauchsanweisung“ für den Besuch der Gedenkstätte sein
  • Einrichtung eines wissenschaftlichen Dokumentationszentrums (z. B. Sammeln von Literatur und Filmen) zum Thema „Grenze“ als Stätte von Forschung und Lehre (Ort: z. B. Gesundbrunnen oder Klinik Bohnen)
  • geführter Rundgang auf altem BGS-Pfad (z.B. Meseckenheide): „Die Grenze erzählt“ mit ehemaligen Angehörigen des BGS und der DDR-Grenztruppen
  • Einrichtung eines Themenwanderweges mit Hinweisschildern auf wichtige Ereignisse („Lehrpfad Zonengrenze“)
  • Ausweisung eines Radwanderweges „Grenzenlos“ entlang der ehemaligen Grenze von Helmstedt über das Brunnental, Marienborn, Hötensleben und zurück über die Tagebaue
  • Ausbau des „Grünen Bandes“ und Einbeziehung in die Themenpfade
  • Bauliche „Zeitzeugen“ erhalten bzw. wieder errichten (z. B.): Grenzturm und Mauerstück entlang der Autobahn bei Marienborn; Grenzturm bei Autobahnauffahrt Helmstedt Ost (Richtung Hannover); Grenzturm oberhalb von Walbeck
  • Einbeziehung des „Lappwaldsees“: Dokumentation der politischen Abbaugeschichte des ehemaligen Tagebaus vor Ort
  • Hinweis auf „ausgebrannten Bus“
  • Denkmal auf Marktplatz (mögliches Thema: Grundgesetz, Trabbi )

 So wie andere Städte (z. B. Schöningen als „Stadt der Speere“) ihr Image sehr erfolgreich entwickelt haben, muss auch Helmstedt mit einer unverwechselbaren Identität in Verbindung gebracht werden. Unser Konzept „Helmstedt – Stadt der deutschen Einheit“ besitzt einen hohen Alleinstellungscharakter und kann sich – geschickt verknüpft mit dem Lappwaldsee – zu einem wirklichen Magneten im Tourismus entwickeln.

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Magdeburger Warte nahe der ehemaligen Grenze